Ein einfaches Bild für Euch, ein neues Leben für mich – der Blick aus meinem neuen Bürofenster. Ich würde sagen:
angekommen.
Der Verlauf meiner Twitter- und Facebooktimeline von gestern Abend bringt mich zum Nachdenken über etwas, das in der Schule gerne Stoff für so schöne Aufgaben war, wie: Schreibt ein Essay über den „American Dream“!
Genau dieser Traum scheint sich auch hinter dem gestern gefühlt milliardenfach auch aus Deutschland verwendeten (hashtag) #superbowl zu verbergen. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass sich Leute die Nacht um die Ohren schlagen für eine Veranstaltung bei der zwei wildgewordene Horden darum kämpfen einen Ball tragen zu dürfen, der Hauptbestandteil aber Werbung ist. Und Madonna, ok.
Ja, wir Deutschen, wir lieben es zu träumen. Von der Ferne. Deswegen fahren wir nach Thailand, Afrika – und in die USA… sind aber heilfroh danach wieder ins sichere Heim zurückkehren zu können. Träumen ist eben erlaubt. Im schwäbischen Reihenhaus ebenso wie im Townhouse in Prenzlberg.
Viele Mädchen werden sicherlich gestern für die GIANTS gewesen sein. Die kommen schließlich aus New York – New York! Da spielt Sex and the City und man kann da shoppen. Grund genug.
Ich frage mich das ernsthaft. Wieso identifizieren sich an nur einem Abend plötzlich so viele Menschen mit etwas, was sonst eher nicht zu ihrem täglichen Leben gehört.
Und die Antwort scheint immer noch der gute alte American Dream zu sein. Freiheit. Bunte Glitzerwelt. Und alles was man seit Generationen von Tellerwäschern und Millionären gehört hat – das alles steckt wohl hinter dem shitstormartigen #Superbowl- Aufkommen gestern Nacht in meiner Timeline. Anders ist auch nicht zu erklären, warum bei einem Russischen Ligaspiel Spartak Moskau gegen Dynamo Sankt Petersburg nicht der gleiche Hype ausbricht.
Vielleicht ist es aber auch nur der heimliche Wunsch endlich mal ohne schlechtes Gewissen der Geschichte gegenüber Patriot sein zu dürfen …. Eben typisch deutsch.